Meine Modelleisenbahn

Verladebrücke Darmstadt HBF

1. Anforderungen 

Wie oben bereits gesagt, ist die Containerverladevorrichtung als Bockkran ausgeführt. Das heißt, es ist nicht notwendig, die gesamte Brücke seitlich zu verschieben. Ich habe das nicht nur aus Faulheit gemacht, sondern weil ich ziemlich Respekt vor der Positionierung habe. Es gab vor einiger Zeit einen Bericht in N24 über Containerterminals, da habe ich gesehen, dass die Kranführer in einer Kabine mit Glasboden sitzen, die sich senkrecht über dem Ladegut befindet.

Außerdem müssen diese Leute sehr viel Gefühl für die Steuerung ihrer Anlage haben, sonst würden viele Container bereits beim Entladen beschädigt. Das heißt, das mein Problem darin besteht, dass ein ungeübter Kranfahrer mit einer unbekannten Anlage über einen TV-Monitor Container entladen soll, deren Gewicht und damit ihre Massenträgheit er nicht kennt. Das ganze soll übrigens auch noch für Besucher (oder Web-Siten Besucher) elegant und gekonnt aussehen. Man verzeihe mir diese etwas ausschweifende Betrachtung, aber diese Forderungen haben starke Auswirkungen auf die Konstruktion der Mechanik.

2. Konstruktive Lösung

Der Kran muss sehr genau positionieren und soviele variable Größen wie möglich einsparen. Das führt zum Bockkran und zur Forderung, dass alle Bewegungen des Hebewerks sehr "weich" gehen müssen. 

Wie aus der Luftaufnahme hervorgeht bewegt sich der Kran zwischen einer riesigen Halle und dem Wasser auf einer Laufbahn. In der Realität sind diese Bahnen meist Doppel-T-Träger. Ich habe jedoch eine Kastenprofil (Vierkantrohr) gewählt, weil ich darin die Mechanik gut unterbringen kann. Auf dem Kastenprofil sind Schienen angeordnet (alte Gleisschienen). Als Räder werden H0-Radsätze verwendet, deren Achse abgedreht wurde und die eine Bohrung für eine 4 mm Stahlwelle erhalten.

Für die genaue Positionierung der Schienen erhält das Vierkantrohr auf der Oberseite eine kleine Einfräsung von etwa 0,5 mm Tiefe. Die beiden Profile werden bis zur Endmontage mit Abstandsstücken miteinander verbunden. Zusätzlich zu den auf einem Pfeiler stehenden Beinen sind in dem in der Halle befindlichen Teil des Krans zwei weitere Beine angebracht, so dass der Kran in der Montagephase immer stabil steht. 

Der Antrieb der Brücke erfolgt über zwei im Innern der Vierkantrohre angeordnete Gewindestäbe M6 oder größer. Hier wird es ein wenig teuer, wenn man abgerichtete Gewindestäbe haben möchte. auch bei der Materialwahl sollte man aufpassen. entweder Edelstahl Gewindestäbe und Messinglaufhülsen oder umgekehrt. Ich würde allerdings von Messinggewindestäben abraten. In jedem der Vierkantrohre befindet sich ein solcher Gewindestab mit einer Ms-Laufbüchse, die über einen gefrästen Schlitz die Kranbrücke antreibt. Beide Gewindestäbe sind über Kettenräder verbunden und von einem Motor angetrieben. Ich weiß noch nicht, ob ich dem Motor eine Rutschkupplung verpassen oder Endschalter montieren soll.

Wenn wir von einer M6 Gewindestange ausgehen, so hat diese als "Normalgewinde" eine Steigung von 1 mm. Das heiß, bei einer Umdrehung würde eine Gewindehülse (und damit die Kranbrücke) eine Strecke von 1 mm zurücklegen. Bei einem ungefähren Verfahrweg von 200 mm entspricht das 200 Umdrehungen. diese sollten etwa in 1 bis 2 Minuten zurückgelegt sein. Wir brauchen daher entweder einen Motor mit einer Umdrehungszahl 200 U/min oder 100 U/min, wenn wir die Brückenfahrt in einer oder zwei Minuten zurücklegen wollen.

Bei der Bewegungsmechanik für die Laufkatze wird das gleiche Konstruktionsprinzip angewendet. Ein Elektromotor treibt auch hier zwei Gewindestangen an, welche die Laufkatze bewegen. Die Stromversorgung des Motors erfolgt über ein Kabel, welches innerhalb des Vierkantrohres mitläuft.

Tragegestell

Wie in der Realität erfolgt die Aufnahme eines Containers oder von Stahlplatten wie in meinem Beispiel über einen Tragebalken, der mit zwei synchron laufenden Seilen auf und ab bewegt wird. Der Tragebalken für Bleche hat vier Magnete, der für Container hat ein viereckiges Gestell mit Klammern für den Container, das heißt beim Absetzen des Tragebalken zentriert sich das Gestell selbst auf dem Container. 

Jetzt beginnt der Betrug. Ich werde ins Containerdach Metallblättchen einbauen und in das viereckige Gestell Elektromagnete, etwa mit der gleich Größe wie die Lastmagnete des Märklin Krans (Vermutlich kriegt man die Dinger als Ersatzteile).

Einen Tod müssen wir allerdings sterben. Wir müssen uns auf kleine oder große Container beschränken! Es sei denn, einer von euch hat eine so gute Idee, dass er das auch noch hinkriegt. Ich bin ja heilfroh, dass ich die Sache nur in 1:87 machen möchte und nicht in einem kleineren Maßstab.

3. Prinzipskizzen