Meine Modelleisenbahn

1. Anforderungen

Die Schleuse soll als eigenständige Einheit aufgebaut werden, die außerhalb der Anlage erstellt und getestet werden kann und auch leicht wieder herausnehmbar sein soll.
Diese Forderung führt zu einem Aufbau auf einer Grundplatte, welche dann auf Ausschnitten der Spanten in der Grundkonstruktion ruht. Für die Anschlüsse muss ein Stecksystem vorgesehen werden.

Folgende Teilbaugruppen sind für die Schleuse zu erstellen:

  • Schleusenkammer mit Wehr
  • Talseitiges Schleusentor
  • Bergseitiges Schleusentor
  • Mechanik für Wasserspiegel

Als Material wird Trovidur o.ä. verwendet. Es läßt sich leicht bearbeiten. Die Oberflächen können einfach bemalt oder gespritzt bzw. beklebt werden. Ein "rauhes" Aussehen läßt sich durch leichtes Sandstrahlen erzielen. In Abb.1 wird die Grundform der Kammer und des Wehrs gezeigt.

 

Draufsicht und Schnitte von Kammer und Wehr

2. Konstruktive Lösung

In der Draufsicht sieht man, dass die Kammer und das Wehr aus Platten bestehen, die senkrecht auf einer Grundplatte montiert sind. Die Wände der Schleusenkammer weisen Einfräsungen auf, die dafür sorgen, dass die Schleusentore fast in der Wandung verschwinden. Die Nordseite der Schleusenkammer ist an die zukünftige Form des Geländes angepasst, während die anderen Wände eine Stufenform haben, wie es auf der Südseite der Schleuse vorgesehen ist. In den Schnittzeichnungen sieht man die einzelnen Stufen des Wehrs. Für die Auflage der "Wasserspiegel" müssen an den Seiten noch kleine Streifen befestigt werden. die die jeweiligen Wasserflächen zwischen den Wehrstufen tragen. die Schleusentore selbst sind an der Drehachse halbrund angearbeitet. sie sind auf den Talseiten ausgefräst, um die Verstärkungen sowie die Schleusenwandung zu zeigen. Die Tore sollten aus Metall (Aluminium oder St.37) gefräst werden, damit sie besser gealtert werden können. 

Die Wände der Kammer sind als Spundwände ausgeführt. Daher sollten sie mit Wellpappe ausgekleidet werden, welche ebenfalls gespritzt wird, um den Metalleindruck zu verstärken.

Da die Drehachsen der Schleusentore nach oben überstehen, werden sie mit Abdeckungen versehen, die auch gleichzeitig die Aufgabe der oberen Lagerung übernehmen. die Achsen gehen durch die Grundplatte hindurch und werden mit den entsprechenden Getrieben versehen. Das bergseitige Schleusentor ist eine exakte Kopie des talseitigen. Bei der Herstellung wird jedoch ein in der Konstruktion vorgesehener Steg von etwa 1 mm durchgesägt. die Antriebsachse für das obere Torsegment geht durch das untere hindurch, welches seinerseits an den Schleusenboden angeschraubt wird.

 

Draufsicht der Kammer und Seitenansicht zur Darstellung der Mechanik

Aus der Seitenansicht in Abb.2 wird ersichtlich, dass unter der Grundplatte im Abstand von 3 cm eine weitere Platte angeordnet ist, welche die Getriebeteile trägt. Der Wasserspiegel ist eine dünne Platte, die auf vier M8 Gewindestäben ruht. die Gewinde sind durch kleine Flansche an der Platte befestigt. Die Höhenverstellung erfolgt dadurch, dass die zwischen den beiden Platten befindlichen Kettenräder durch einen Motor mit Spannrollen angetrieben werden. Die Räder weisen jedoch auf der Innenseite der Anschlußmuffen ein M8-Gewinde auf. Dreht man die Räder, so werden sich die Spindeln und damit die Wasseroberfläche nach oben oder unten bewegen.  Natürlich ist die Wasseroberfläche an die Form der Kammer und an die Wandungen anzupassen. Sofern die Innenauskleidung der Kammer dunkel gehalten ist (mattschwarz), kann man auf eine komplizierte Form wegen der Wellpappe verzichten. In der Realität läuft die Kammer in etwa 15 min voll. Damit könnte diese Zeit im Modell wie bei der Containervorrichtung auf 2 min reduziert werden.

 

Tormechanik

Für die Bewegung der Schleusentore wurde ein Schneckengetriebe 1:20, modul 0.75 gewählt. Die Schneckengetriebe mit den versetzten Achsen sitzen in Getriebekästen, die aus 40*20 mm Alu-Vierkantrohr gefräst werden. die Schneckengetriebe sind bei Fa. Conrad erhältlich. Als Antrieb werden zwei Kleinstmotore der oben beschriebenen Bauert verwendet. die Verbindungsachse der Schneckengetriebe ist schräg gestellt, da beide Torhälften sich gegenläufig bewegen müssen, und da ich auf ein weiteres Getriebe verzichten wollte. Oben auf dem Schleusentor ist die Achsabdeckung (bzw. oberes Lager) zu erkennen.

 

Endschalter sorgen für eine einwandfreie Abschaltung der Motore. Vermutlich werde ich jedoch zwischen Motor und Getriebe eine Rutschkupplung setzen.

Das Ganze ist eine verhältnismäßig einfache Konstruktion, die allerdings zur sicheren Funktion eine "Schleusenautomatik" haben sollte, die dem Benutzer das Leben erleichtert. er muss ja schließlich nicht nur die Schleuse steuern sondern auch noch das Schiff hinausfahren.