Meine Modelleisenbahn

 

1. Philosophie der Anlage

Ich bin nun einmal "Wechselstromer" und ein Freund der Märklin M-Geleise. Ihr mögt insbesondere die Sache mit den Geleisen altmodisch finden, aber ich bin ja auch im letzten Jahrtausend geboren, und dann passt das. 

Dazu möchte ich eine Steuerung, die ich verstehe, und die ich NICHT kaufen muss. Diese Anforderungen führten dann zu einer rechnergesteuerten Anlage, die unter Linux oder Windows läuft. 

Ich werde sicherlich nie eine total realistische Anlage hinkriegen, aber es gibt einige technische Details, die mich so angesprochen haben, dass ich sofort Lösungen gesucht habe, und da ich mich kenne, habe ich ein Laborbuch genommen und einen Ordner angelegt. In das Laborbuch werden die Ideen eingetragen, bis ich sie mit einem Zeichenprogramm durchkonstruieren kann. Jetzt ist das Laborbuch fast voll, und der Ordner ist Heimat von Bestellungen und Manuals geworden.

2. Geleise

Die neueren Märklin Geleise sehen schon gut aus und sind natürlich viel besser als die M-Geleise mit Punktkontakten. Ich komme aber über einige Arbeitskollegen ziemlich preisgünstig an die M-Gleise heran. Natürlich gibt es Ärgernisse dabei. Die Weichen etwa haben keine Rückmeldungen. Das muss ich noch ändern. Die Geleise werden auf Dämpfer gesetzt, aber ich möchte auch das alte Geräusch der "Blechschienen" nicht missen.

3. Lokdecoder

Ich werde alle Loks auf DCC - Norm umbauen dann brauche ich nicht zwei Sorten Software für die Bahnsteuerung. Bei diesen Umbaumaßnahmen, die auch jetzt noch laufen, habe ich versucht, die Loks auch technisch zu überarbeiten, insbesondere im Hinblick auf eine größere Servicefreundlichkeit. Einige der Wagen werden auch Decoder brauchen, weil sie Sonderfunktionen kriegen. Alle Räder wurden entfernt und die Lager frisch geölt. Dabei ist mir die Firma ALDI zu Hilfe geeilt, da sie genau rechtzeitig als Sonderangebot einen Miniöler angeboten hat, der sich dabei als ziemlich praktisch erwies. Den alten Trick mit dem an einem Draht herablaufenden Öltropfen kenne ich auch, aber der geht halt nicht, wenn man die falschen Medikamente nehmen muss.

4. Mechanische Bauformen

Als Mitarbeiter einer Forschungseinrichtung lernt man frühzeitig, dass alle Elektronik entsprechend einer vorgegebenen Norm zu erstellen ist. Wir nennen Bauteile, die dieser Norm entsprechen, 19"-Bauteile. Das kommt daher, dass der Grundbaustein eine Einbaubreite von 19" aufweist . zu diesem Baustein gibt es schlicht ALLES: Front- und Rückplatten, Schienen und Griffe. Ein ganzer Industiezweig fertigt in dieser Norm. Die Printkarten, die zu diesem Sytem passsen, sind EURO-karten (der Preis ist leider ein wenig höher) mit den Maßen 160 mm*100 mm. Jede dieser Karten hat auf der Rückseite einen Stecker und auf der Vorderseite eine Frontplatte mit Anzeige- und Bedienungselementen. Ich habe bisher alle Elektronik in dieser Norm gebaut und werde dabei bleiben. Auf der Homepage könnt ihr ein Beispiel für die 19"-Bauweise sehen. Wichtig bei dieser Technologie ist neben der Arbeitsersparnis auch noch die saubere Potentialdefinition durch das Metall. "Ein Nichtleiter eignet sich nicht als Träger einer elektrischen Baueinheit!" - So Prof. Haxel, Uni Heidelberg, zweites Semester, 1966. 

Für diejenigen, die es interessiert habe ich in der Galerie Fotos von solchen Bauteilen stehen. Zusätzlich werde ich eine Liste von Bezugquellen angeben.

5. Rechner

Für die Steuerung einer größeren Anlage ist natürlich Rechnerleistung notwendig. Ich verwende dazu zwei über Ethernet gekoppelte Kleinrechner (siehe Rechnersteuerung).

6. Wasser

Ich bin "fremd gegangen" als ich die Planung für den Hafen gemacht habe. Es gibt wie bei den Modellbahnern auch Foren für Modellschiffer. Dort habe ich mir Ideen für das Wasser geholt. Mein erster Approach war natürlich "echtes" Wasser. Das wäre in meinem Falle nicht wirklich ein Problem geworden, da im Keller eigentlich nichts passieren kann. Das Problem besteht in den Wellen. Auf dem Rhein oder auf dem Neckar ist die Wellenlänge (Ein Berg und ein Tal) etwa zwischen 3 m und 5 m, das heißt bei H0 wäre eine Wellenlänge etwa 3cm groß. Wie geht das? Geht schon, wenn man an der Gravitation drehen könnte. Das kann ich nun wirklich nicht. Weitere Experimente mit der Änderung der Oberflächenspannung führten lediglich dazu, dass meine Frau eine neue Flasche Spülmittel anbrechen musste und exakt in der Erdbeerzeit keine Kuchengelatine mehr hatte. Aber die Ergebnisse waren allesamt schlecht.

Das Wasser wird daher durch eine sehr feine Fliestapete ersetzt, welche blaugrün gestrichen und ein wenig mit einem Lackspray glänzend gemacht ist. Die Schiffe werden zu Wasserlinienmodellen.